Presseveröffentlichungen/-mitteilungen
Pressemitteilung "Infosäule für Luise"
Freies Tor begrüßt die Idee einer Infosäule über die Partnerstädte Potsdams. In-formationen, noch dazu interaktiv, wecken Interesse und tragen dazu bei, die Partnerschaft auch mit Leben zu erfüllen. Wenn aber eine Infosäule für den Luisenplatz geplant wird, sollte auch die Namensgeberin des Platzes bedacht werden. Mehr.....
Pressemitteilung "Bauarbeiten auf der Charlottenstraße"Arbeiten auf der Charlottenstraße müssen endlich weitergehen/wo bleibt das Baustellenschild?
Deutliche Kritik übt der Verein FREIES TOR – Bürgerverein Potsdamer Innenstadt e.V., der sich in Rahmen seines Projektes „Stiefkind Charlotte?!“ für die Verbesserung des öffentlichen Straßenraumes der Charlottenstraße einsetzt, an dem schleppenden Fortgang der dortigen Bauarbeiten. „Statt von einem Stand der Bauarbeiten kann man eher von einem Stillstand sprechen“, erklärte die Vereinsvorsitzende Dr. Ellen Chwolik-Lanfermann. Durch die seit Anfang März, d.h. seit nunmehr fast einem Vierteljahr, existierende Baustelle vor den Häusern des Stra-ßenabschnittes zwischen der Wilhelm-Staab-Straße und der Dortustraße sind vor allem die dort ansässigen Gewerbetreibenden in unzumutbarer Weise beeinträchtigt, beklagte Herwart Lindner, Inhaber des Naturkostenmarkes „Charles & Lotte“. Dabei geht es derzeit erst um die Tiefbauarbeiten. Nach Wiederverfüllung des Grabens, der den Zugang zu Geschäften und Häusern derzeit stark erschwert, stehen dann noch die eigentlichen Verschönerungsarbeiten (Neupflasterung des Gehweges, Baumpflanzungen, Anlegung eines Radweges usw.) an. Viele Reak-tionen auf dem Stadtteilfest der Brandenburger Vorstadt am 31.05., bei dem FREIES TOR mit einem Stand vertreten war, haben gezeigt, dass auch Bürger außerhalb der Charlottenstraße, die diese auf ihrem Weg zum Hauptbahnhof pas-sieren, über die Dauer der Bauarbeiten ungehalten sind. „Nun ist die Straße trotz der liebevoll restaurierten Fassaden im öffentlichen Straßenraum schon so häss-lich – und dann ist sie auch noch monatelang aufgebuddelt“ – das war nur eine der Reaktionen bei Gesprächen auf dem Fest über die Charlottenstraße. FREIES TOR fordert daher Stadtverwaltung und Sanierungsträger auf, für einen zügigen Fortgang der Arbeiten zu sorgen. Mit Unverständnis reagiert FREIES TOR auch darauf, dass noch immer keine Baustellentafel aufgestellt ist. „Auf der Dortustraße ist seit kurzem eine geradezu vorbildliche Tafel zu sehen, die die dort durchgeführten Gehwegerneuerungsmaßnahmen eingehend erläutert. Es ist nicht einzusehen, dass unsere bereits im April geäußerte Forderung, eine solche auch für die Arbeiten auf der Charlottenstraße aufzustellen, noch immer nicht erfüllt ist“, merkte Chwolik-Lanfermann an. Dass derzeit die EWP tätig ist und noch nicht der Sanierungsträger selbst, ist kein Hinderungsgrund. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was auf einer wichtigen innerstädtischen Straße vor sich geht.
Pressemitteilung zu Bauarbeiten in der Chalottenstraße
Freies Tor begrüßt die Idee einer Infosäule über die Partnerstädte Potsdams. In-formationen, noch dazu interaktiv, wecken Interesse und tragen dazu bei, die Partnerschaft auch mit Leben zu erfüllen. Wenn aber eine Infosäule für den Luisenplatz geplant wird, sollte auch die Namensgeberin des Platzes bedacht werden. Mehr.....
Pressemitteilung "Infosäule für Luise"
Freies Tor begrüßt die Idee einer Infosäule über die Partnerstädte Potsdams. In-formationen, noch dazu interaktiv, wecken Interesse und tragen dazu bei, die Partnerschaft auch mit Leben zu erfüllen. Wenn aber eine Infosäule für den Luisenplatz geplant wird, sollte auch die Namensgeberin des Platzes bedacht werden. Mehr.....
Pressemitteilung "Bauarbeiten auf der Charlottenstraße"Arbeiten auf der Charlottenstraße müssen endlich weitergehen/wo bleibt das Baustellenschild?
Deutliche Kritik übt der Verein FREIES TOR – Bürgerverein Potsdamer Innenstadt e.V., der sich in Rahmen seines Projektes „Stiefkind Charlotte?!“ für die Verbesserung des öffentlichen Straßenraumes der Charlottenstraße einsetzt, an dem schleppenden Fortgang der dortigen Bauarbeiten. „Statt von einem Stand der Bauarbeiten kann man eher von einem Stillstand sprechen“, erklärte die Vereinsvorsitzende Dr. Ellen Chwolik-Lanfermann. Durch die seit Anfang März, d.h. seit nunmehr fast einem Vierteljahr, existierende Baustelle vor den Häusern des Stra-ßenabschnittes zwischen der Wilhelm-Staab-Straße und der Dortustraße sind vor allem die dort ansässigen Gewerbetreibenden in unzumutbarer Weise beeinträchtigt, beklagte Herwart Lindner, Inhaber des Naturkostenmarkes „Charles & Lotte“. Dabei geht es derzeit erst um die Tiefbauarbeiten. Nach Wiederverfüllung des Grabens, der den Zugang zu Geschäften und Häusern derzeit stark erschwert, stehen dann noch die eigentlichen Verschönerungsarbeiten (Neupflasterung des Gehweges, Baumpflanzungen, Anlegung eines Radweges usw.) an. Viele Reak-tionen auf dem Stadtteilfest der Brandenburger Vorstadt am 31.05., bei dem FREIES TOR mit einem Stand vertreten war, haben gezeigt, dass auch Bürger außerhalb der Charlottenstraße, die diese auf ihrem Weg zum Hauptbahnhof pas-sieren, über die Dauer der Bauarbeiten ungehalten sind. „Nun ist die Straße trotz der liebevoll restaurierten Fassaden im öffentlichen Straßenraum schon so häss-lich – und dann ist sie auch noch monatelang aufgebuddelt“ – das war nur eine der Reaktionen bei Gesprächen auf dem Fest über die Charlottenstraße. FREIES TOR fordert daher Stadtverwaltung und Sanierungsträger auf, für einen zügigen Fortgang der Arbeiten zu sorgen. Mit Unverständnis reagiert FREIES TOR auch darauf, dass noch immer keine Baustellentafel aufgestellt ist. „Auf der Dortustraße ist seit kurzem eine geradezu vorbildliche Tafel zu sehen, die die dort durchgeführten Gehwegerneuerungsmaßnahmen eingehend erläutert. Es ist nicht einzusehen, dass unsere bereits im April geäußerte Forderung, eine solche auch für die Arbeiten auf der Charlottenstraße aufzustellen, noch immer nicht erfüllt ist“, merkte Chwolik-Lanfermann an. Dass derzeit die EWP tätig ist und noch nicht der Sanierungsträger selbst, ist kein Hinderungsgrund. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, was auf einer wichtigen innerstädtischen Straße vor sich geht.
Auswertung "Stiefkind Charlotte?!"
Der Bürgerverein „Freies Tor“ hat am 24.4.2008 eine Auswertungsveranstaltung im "Kabarett Obelisk" zur Umfrage „Stiefkind Charlotte?!“ durchgeführt, deren Ergebnisse hier heruntergeladen werden können.
(Foto: Übergabe eines "Tortendiagramms" als Dank an Obelisk-Hausherrin Gretel Schulze, die die Räume für zwei Veranstaltungen zur Vefügung stellte.)
Die darauffolgende Diskussion im Beisein des Leiters des Bereichs Stadterneue-rung, Dieter Lehmann und der Stadtverordneten Saskia Hüneke, ergab jedoch eine deutliche Kritik an dem Verlauf der bereits begonnenen Bauarbeiten. So wurden die Anwohner nicht rechtzeitig genug über den Beginn und den Verlauf informiert und durch überraschende finanzielle Forderungen seitens der EWP vor vollendete Tatsachen gestellt. Hinzu kommen starke Behinderungen der Gewerbetreibenden, die zum Teil existenzbedrohend sind.
Aus der sehr kontrovers geführten Diskussion ergaben sich folgende Forderungen die wir hiermit an die Stadtverwaltung und die Stadtpolitik weiterleiten:
• Vereinbarung eines schnellstmöglichen Vor-Ort-Termins zwischen EWP, Sanierungsträger und den betroffenen Hausbesitzern und Gewerbetreibenden. Bis dahin Aussetzung der Erklärungsfrist zu den EWP-Preisangeboten
• Benennung eines Ansprechpartners beim Sanierungsträger für die Sprecher der betroffenen Gewerbetreibenden (Wirtsleute des Lokales „Zum Fass“)
• Unbürokratische Genehmigung durch das städtische Ordnungsamt zur großflächigen Sonderwerbung der betroffenen Gewerbetreibenden während der Laufzeit der Baumaßnahmen, um Umsatzeinbußen zu minimieren.
• Baustellenschild zur Informationen der Passanten zu den laufenden Bau-maßnahmen
• Prüfung der Verhältnismäßigkeit des Umfangs der geplanten Arbeiten unter Beachtung bereits in der jüngeren Vergangenheit stattgefunden Erneuerungen v.a. am Abwasserleitungsnetz
• Weitere Veranstaltung unter Moderation der Stadt zu den Verkehrsplanun-gen in der Charlottenstraße
• Prüfung der vorliegenden Neugestaltungsplanung der Straße - Breite des Radwegs und Parkstreifens im Verhältnis zum Fahrweg, Problematik des Be- und Entladeverkehrs – Abgleich mit den Vorschlägen der Anwohner
• Der Sanierungsträger soll eine Koordinierung der einzelnen Gewerke im Sinne einer schnelleren Fertigstellung der Arbeiten sicherstellen
Weihnachtsmarktbegehung
14.12.2007 (Freies Tor. e.V.)
Nach einer Begehung des Weihnachtsmarktes auf der Brandenburger Straße und auf dem Luisenplatz zog der aus der Bürgerinitiative Freies Tor hervorgegangene Verein Freies Tor – Bürgerverein Potsdamer Innenstadt Bilanz. Anlass zu Zufriedenheit gab dabei die verringerte Budendichte, die den Blick auf die Auslagen der anliegenden Geschäfte ermöglicht. „Leider machen offenbar nicht alle Geschäftsleute von der Möglichkeit Gebrauch, ihre Schaufenster auch liebevoll weihnachtlich zu dekorieren“, bedauert die Vereinsvorsitzende Dr. Ellen Chwolik-Lanfermann, „vielleicht wäre da der vom „Freien Tor“ angeregte Schaufensterwettbewerb hilfreich gewesen. Aber vielleicht kann man einen solchen in der „Schlussphase“ des Weihnachtsgeschäftes noch ausloben.“
Ebenfalls zufrieden zeigte sich der Innenstadtverein mit der von ihm stets befürworteten Ausdehnung des Weihnachtsmarktes auf den sonst nicht fußläufigen Teil der Brandenburger Straße. Besonderes Lob fand dabei das ansprechende Erscheinungsbild der Buden mit nett gestalteten Schildern, die, Zunftschildern ähnlich, auf die angebotenen Produkte hinweisen, sowie die Präsenz örtlicher Anbieter wie der Traditionsbäckerei Braune mit ihrem Baumkuchen. “Es gibt aber auch noch Ansätze, die verbesserungsfähig sind“ – war das Fazit der Teilnehmer an der Weihnachtsmarktbegehung. So vermissen sie ein durchgängiges Design. Die Entscheidung für preussischblau beim Lichterglanz sollte künftig nicht nur an der Einmündung der Lindenstraße in die Brandenburger umgesetzt werden, sondern an denen der anderen Querstraßen auch. So käme dann ein „Weihnachtsmarkt in Preussischblau“ zustande.
Begrüßenswert wäre es nach Ansicht des Freien Tores auch, wenn die sichtbaren Seiten der Weihnachtsmarkthütten stärker mit Grün verkleidet wären. Als verbesserungsfähig bezeichnete Freies Tor schließlich die Hinweise auf das kulturelle Beiprogramm. Statt auf gut sichtbaren Aufstellern oder großen Plakaten an den Eingangsbereichen des Weihnachtsmarktes, d.h. vor allem der Friedrich-Ebert-Straße und den Querstraßen finden sich diese nur im DIN-A-4-Format an den Rückseiten einiger Hütten und fallen deshalb nicht genügend auf. Wünschenswert wäre es auch, wenn auf die große Besonderheit des Weihnachtsmarktes, die Adventskapelle auf dem Luisenplatz, schon auf der Brandenburger Straße hingewiesen würde.
25.08.2007 (Potsdamer Neueste Nachrichten)
Nach-Denker:
Potsdam-Satire von Hassenpflug und Wicke
GEROLD PAUL
Zeitung schreiben ist nicht alles. Im Rahmen einer „Sommerlesereihe“ des Bürgervereins „Potsdamer Innenstadt“ stellten am Donnerstag zwei Autoren ihre Texte zur geliebten-ungeliebten Landeshauptstadt vor, mit allem, was da so drum oder dran ist. Vierzehn Köpfe versammelten sich in der ehemaligen Galerie Samtleben zur literarisch-feuilletonistisch-satirischen Total-Anamnese, inbegriffen die Autoren Matthias Hassenpflug, freier Mitarbeiter der PNN, und Markus Wicke, manchem vom Online-Magazin „Potzdam“, aber den meisten wohl mehr als Vorsitzender des Fördervereins des Potsdam-Museums bekannt. Waren es nach zwei guten Stunden ein paar Köpfe mehr, so spricht das genauso für sich wie die eingeforderten Zugaben am Ende dieses langen Leseabends.
Zwei Nach-Denker, zwei Hand-Schriften aus den letzten fünf Jahren. Hassenpflug eher zurückhaltend, besinnlich, feuilletonistisch, Wicke ein Stürmer und Dränger, dessen Texte vor satirischem Geist fast explodierten. So wurde das im alternierendem Rhythmus auch vorgetragen. Viel Heiterkeit im Raum, obwohl im Hintergrund ein alter Schinken des Malers Heinz Böhm drohte: „Bebel spricht vor dem Reichstag!“
Im ersten Teil ging es mehr um die Wurst: um Gastronomie. Ganz im Sinne des Bürgervereins wurde der kulturelle Verfall der alten Weihnachtsmarkt-Idee auf dem „Broadway“ beklagt – Bratwurscht und Bier, Bier und Bratwurscht – was Matthias Hassenpflug auch für die Schlössernacht bestätigen konnte. Schön, wenn die „offiziellen“ Texte auch eine unterhaltsame „Zweitverwertung“ bekommen. Zu loben waren die besten Schrippen Potsdams bei Bäcker Braune, dem entgegen der gastronomische Fall des „Wiener Café“ steht. Verdutzt traf man dort plötzlich auf den burschikosen Ton von „Frau Str.“, den man bisher nur im „Heider“ genießen konnte. Genauso Schnee von gestern wie Markus Wickes Hiebe gegen Niemeyers Spaßbau oder das neue Theater? Von dem hält er künstlerisch bis heute nichts: „Das schlechteste einer Landeshauptstadt“.
So kam man von Potsdams „Wursthysterie“ ganz unauffällig zu Kunst und Kultur. Wicke, „seit 35 Jahren Altmärker, seit 15 Jahren Potsdamer“, mokierte sich dann über den bizarren Mützenkult auf Damenköpfen, indes Hassenpflug über seelische Beschwerden beim Besuch eines Kabaretts klagte. Liebevoll indes wurde die Chefin eines Tante-Emma-Ladens porträtiert. Tolle Dramaturgie: Von der Wurst zur Kultur bis hin zur Alltagskultur! Kein Mangel an stadtgewollter Bezüglichkeit, es gab aber auch persönliche Töne. Matthias Hassenpflug erzählte von leichtsinnigen Brückensprüngen in die Havel, vom Leben vor den PNN. Markus Wicke kam sich vor wie 12, als er eine Einbahnstraße falsch befuhr. Stramm stand er vor dem Polizisten und ließ sich maßregeln.
Eine lange Reihe kürzerer Sachen, unterhaltsam, nachdenklich, spitz. Fortsetzung also erwünscht!
14.07.2007 (Märkische Allgemeine Zeitung)
Töppe auf den Köpfen:
Christiane Dietzel liest in der Galerie
HANNE LANDBECK
Eine der letzten öffentlichen Veranstaltungen in der Galerie Samtleben lockte am Donnerstagabend viele Besucher, die den Erinnerungen der 1933 in Indonesien geborenen Christiane Dietzel lauschten.
Indonesien, in das ihr Vater nach dem Ersten Weltkrieg als Reserveoffizier zur Administration der mit Kokosnüssen handelnden deutschen Ostindienkompanie versetzt wurde, spielte allerdings keine Rolle. 
Denn 1939 wurde die Familie in das kriegstreibende Deutschland berufen, sie kamen „ahnungslos“, wie die alte Dame sichtlich bewegt berichtete, hierher. In einem der Achtseitenhäuser fanden sie in Potsdam eine möblierte Wohnung, und die junge Christiane hatte gemeinsam mit ihrer Schwester auch schöne Momente, bevor hier die Bomben einschlugen. So war es bei den beiden Brauch, am Ostersonntag früh morgens um vier Uhr aufzustehen, um im Lustgarten am Neptunbrunnen bei „unserer schönen Galathee“ klares Brunnenwasser zu holen, denn das, so versprach die Legende, sollte jedem Mädchen ewige Schönheit bescheren. Sie beschrieb den Palast Barbarini und die Schlosskolonnaden sowie die Kastanienbäume, die den Kanal säumten – es muss sehr schön gewesen sein im unversehrten Potsdam. Doch dann kamen die Kriegsparolen auch hierher, und die geschützte Kindheit fand ein Ende.
Als alle an einen Sieg glaubten, war die Mutter schon skeptisch und sagte „wir Deutschen werden bald überall sein, aber nicht mehr in Deutschland“, und pflanzte somit ihren Töchtern Argwohn gegen das Kriegsgeschehen ein. Eine positive Erinnerung war noch die Konfirmation der Schwester, der Familienspaziergang im Marly-Garten des Parks Sanssouci und das Amüsement der jungen Leute beim Anblick behüteter Frauenköpfe: „Wir lachten über die Töppe auf den Köpfen der Damen“. Doch dann kam der 14. April 1945, den die Familie im Keller verbrachte und „auf den sicheren Tod“ wartete. „Das also ist Sterbenmüssen...“ denkt die Zwölfjährige, und erlebt in den darauf folgenden Tagen Plünderungen. Sie beobachtet – und beschreibt in ihren Memoiren „Wen der Eisvogel ruft“ sehr anschaulich – wie die Hungernden aus einem Pferdekadaver Stücke herausschneiden, während dessen heraushängendes Gedärm von einem Fliegenschwarm belagert wird. Sie sieht die von den Flammen zerstörten Bäume, deren laublose Äste wie Skelette wirken und beschreibt die unheimliche Stille in dem zerstörten Areal, in dem es keine Tiere, auch keine Vögel mehr gab.
Gebannt hörte das Publikum der immer wieder sehr bewegten Autorin zu, die leider nichts mehr davon berichtete, wie sie 16-jährig verhaftet und im „Lindenhotel“ verhört wurde. Zwar sprach sie niemand darauf an, aber es war Christiane Dietzel anzumerken, dass sie mit Potsdam immer noch schwerste Erinnerungen verbindet. Die Veranstaltung war die erste, die der jüngst gegründete Verein „Freies Tor“ ausgerichtet hat.
© Märkische Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH Potsdam